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Desinfektion in der Zahnarztpraxis: von Oberflächen zu sterilen Instrumenten
Händehygiene, Flächenbehandlung, Instrumenten- und Handstückaufbereitung sowie Pflege der Behandlungseinheit im Praxisablauf organisieren.
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Zwischen Patienten benötigen Hände, Kontaktflächen, Instrumente und die Systeme der Behandlungseinheit unterschiedliche Verfahren. Beschreiben Sie die Schritte so, dass jedes Teammitglied sie in der richtigen Reihenfolge ausführen kann. Trennen Sie den Bereich für kontaminierte Instrumente vom Bereich für aufbereitete Geräte.
Jede Anweisung sollte festlegen, was aufbereitet wird, wer dafür verantwortlich ist, welches Produkt oder Gerät verwendet wird und wie Anwendung und Kontrolle erfolgen. „Nach dem Patienten desinfizieren“ reicht für einen einheitlichen Ablauf nicht aus.
Alle aufzubereitenden Gegenstände erfassen
Verfolgen Sie den Ablauf von der Vorbereitung des Behandlungsplatzes bis zur Lagerung aufbereiteter Instrumente. Denken Sie an mit Handschuhen berührte Leuchtengriffe, Schalter, Tastaturen, Schubladen und Zusatzgeräte.
| Gruppe | Festzulegen |
|---|---|
| Hände | Zeitpunkt, Produkt und Technik |
| Klinische Kontaktflächen | Schutzabdeckung oder Reinigung und Desinfektion |
| Wiederverwendbare Instrumente | Sämtliche Schritte bis zur erneuten Einsatzbereitschaft |
| Hand- und Winkelstücke, intraorale Aufsätze | Anweisungen für jedes Modell |
| Abformungen und Zahnersatz | Aufbereitung und Übergabe ans Labor |
| Absaugung, Speibecken, Wasserleitungen | Getrennte Systeme und Verfahren |
| Böden und allgemeine Ausstattung | Planmäßige Reinigung und Desinfektion sowie Maßnahmen bei Verunreinigung |
Legen Sie auch fest, was bei einer Unterbrechung geschieht. Wer entscheidet bei fehlendem Verbrauchsmaterial über die betroffene Tätigkeit, und gibt es eine geprüfte Alternative?
Händehygiene und Handschuhwechsel
Händehygiene ist vor und nach der Patientenversorgung, vor dem Anziehen und nach dem Ablegen der Handschuhe erforderlich. Waschen Sie sichtbar mit Blut oder anderem Material verunreinigte Hände mit Wasser und Seife. Verwenden Sie Händedesinfektionsmittel nach der jeweiligen Gebrauchsanweisung. Chirurgische Eingriffe erfordern eine chirurgische Händevorbereitung.
Waschen oder desinfizieren Sie medizinische Einmalhandschuhe nicht, um sie erneut zu verwenden. Wechseln Sie die Handschuhe zwischen Patienten. Achten Sie beim Wechsel vom Umgang mit kontaminierten Gegenständen zur Vorbereitung sauberer Materialien darauf, Packungen, Schubladen und aufbereitete Instrumente nicht zu verunreinigen.
Diese Standardmaßnahmen gelten bei jedem Patienten, unabhängig vom bekannten Infektionsstatus.
Oberflächen zwischen Patienten
Unterscheiden Sie klinische Kontaktflächen von Böden und übriger Umgebung. Eine geeignete Einmalabdeckung kann schwer zu reinigende Flächen schützen. Wechseln Sie die Abdeckung zwischen Patienten. Prüfen Sie die Fläche nach dem Entfernen auf Verunreinigungen und reinigen und desinfizieren Sie sie bei Bedarf.
Reinigen und desinfizieren Sie ungeschützte Kontaktflächen nach jedem Patienten. Prüfen Sie die Materialverträglichkeit jeweils gesondert für Polster, Touchscreens und Metallflächen.
Organische Verunreinigungen können die Wirkung beeinträchtigen. Ein kurzes Wischen ersetzt keine Reinigung sichtbar verschmutzter Flächen. Bei kombinierten Reinigungs- und Desinfektionsmitteln gelten die vom Hersteller vorgesehenen Schritte und Bedingungen.
Ausreichend Zeit zwischen Behandlungen einplanen
Nimmt der nächste Patient vor Ablauf der Einwirkzeit Platz, ist eine Wirkbedingung nicht erfüllt. Planen Sie mehr Zeit ein oder prüfen Sie, ob ein anderes geeignetes Produkt für denselben Zweck eine nachgewiesen kürzere Einwirkzeit hat. Ein internes Protokoll kann die vom Hersteller geforderte Einwirkzeit nicht verkürzen.
Erproben Sie den Ablauf am tatsächlichen Arbeitsplatz: Erreicht das Team alle Flächen und kann es die Zeit einhalten? Das prüft die Durchführbarkeit. Die antimikrobielle Wirkung des Produkts wird dagegen in gesonderten Prüfungen nachgewiesen.
Schritte der Instrumentenaufbereitung
Passen Sie die vollständige Abfolge an Risikoeinstufung und Herstelleranweisung an:
- Nach Gebrauch: sicher sammeln, erforderliche Vorbehandlung durchführen und das Antrocknen von Verunreinigungen nach Herstelleranweisung verhindern.
- Transport: in gekennzeichnetem geschlossenem Behälter zum Aufbereitungsbereich.
- Reinigung und Desinfektion: jeden Schritt und das zulässige manuelle oder maschinelle Verfahren beschreiben.
- Spülen und Trocknen: entsprechend dem Verfahren.
- Kontrolle und Pflege: Rückstände, Schäden und Funktion prüfen; bei Bedarf nach Anweisung schmieren.
- Verpacken und Kennzeichnen: geeignete Verpackung mit Zuordnung zur Charge.
- Sterilisieren: validiertes, für Instrumente und Beladung geeignetes Programm.
- Freigabe und Lagerung: Ergebnisse und Packungen prüfen, Freigabe dokumentieren und bis zur Verwendung geschützt lagern.
Prüfen Sie das Ergebnis, bevor Sie mit dem nächsten Schritt fortfahren. Sind noch Rückstände vorhanden, reinigen Sie das Instrument erneut. Legen Sie beschädigte Instrumente beiseite, damit entschieden werden kann, ob sie repariert oder ausgesondert werden müssen.
Ultraschallgeräte und Reinigungs-Desinfektionsgeräte
Ultraschall unterstützt die Reinigung. Die Behandlung im Ultraschallbad allein belegt keine Desinfektion und sterilisiert die Instrumente nicht. Prüfen Sie die Zweckbestimmung von Gerät und Reinigungsmittel sowie die Vorgaben zu Beladung, Dauer, Wartung und Kontrollen.
Bei Reinigungs-Desinfektionsgeräten sind Programm, Anordnung und passende Anschlüsse für Hohlkörper entscheidend. Setzen Sie nur Mittel ein, die für das Gerät vorgesehen sind. Gehen Sie nicht davon aus, dass jedes Instrument, das in die Kammer passt, darin aufbereitet werden darf.
Das schottische SHTM 01-05 von 2024 erläutert diese Abläufe und ersetzt ältere SDCEP-Publikationen zur Aufbereitung. Seine technischen Empfehlungen sind hilfreich; schottische Organisationsregeln sind jedoch kein bulgarisches Recht.
Wann manuelle Desinfektion zulässig ist
Die bulgarische Verordnung Н-4/2026, Anhang 1, 2.3.1.7.3, lässt manuelle Desinfektion nur in Einrichtungen ohne Reinigungs-Desinfektionsgeräte und bei entsprechender Herstellerfreigabe zu. Manuelle Arbeit erfordert Schutz vor Stichverletzungen, Spritzern und Chemikalienkontakt. Greifen Sie nicht zwischen scharfe Instrumente, die Sie nicht sehen können. Verwenden Sie die Hilfsmittel und Schutzausrüstung, die das Verfahren und die Gefährdungsbeurteilung vorsehen.
Führen Sie beim Reinigen scharfer, kontaminierter Instrumente keine Bewegungen zum eigenen Körper hin aus. Für das manuelle Tauchverfahren verlangt Anhang 1, 2.3.1.6.2, Reinigung unter der Wasseroberfläche zur Begrenzung von Aerosolen. Dokumentieren Sie die Bedingungen für die jeweiligen Instrumente.
Hand- und Winkelstücke auch innen aufbereiten
Innere Flächen können während der Verwendung kontaminiert werden. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt Reinigung und Hitzesterilisation zwischen Patienten, einschließlich der in ihrer Empfehlung beschriebenen wiederverwendbaren Aufsätze.
Halten Sie für jedes Modell Anweisungen zu Zerlegung, Innen- und Außenaufbereitung, Pflege, Verpackung und Zyklus bereit. Tauchen Sie ein Handstück nicht ein und legen Sie es nicht ins Ultraschallbad, nur weil dies bei einem anderen Instrument zulässig ist. Fordern Sie fehlende Aufbereitungsanweisungen beim Hersteller an, bevor Sie das Handstück wieder verwenden.
Halten Sie genügend Handstücke vor, damit die vollständige Aufbereitung vor Wiederverwendung möglich ist.
Sterilisation überwachen
Physikalische, chemische und biologische Kontrollen liefern unterschiedliche Informationen. Ausdrucke dokumentieren Messwerte, chemische Indikatoren reagieren auf festgelegte Bedingungen, biologische Indikatoren verwenden resistente Testmikroorganismen. Der Farbumschlag eines Indikatorbands allein beweist nicht, dass jedes Instrument steril ist.
Bestimmen Sie, wer Ergebnisse prüft und Chargen freigibt. Verwenden Sie die betroffenen Instrumente bei fehlerhaften oder zweifelhaften Ergebnissen bis zur Klärung nicht erneut. Die zuständige Person untersucht die Ursache und legt Korrekturen fest. Je nach Fehler können erneute Aufbereitung oder Rückverfolgung bereits verwendeter Geräte erforderlich sein. Ein wiederholter Zyklus ohne Ursachenklärung kann das Problem bestehen lassen.
Die bulgarischen Anforderungen erläutern Kontrollintervalle und Aufzeichnungen. Internationale Empfehlungen ersetzen weder nationales Recht noch Geräteanweisungen.
Abformungen, Zahnersatz, Scanner und Sensoren
Wählen Sie ein materialverträgliches Verfahren. Prüfen Sie, ob das Material eingetaucht werden darf, wie lange die Behandlung dauern muss und ob anschließend gespült werden muss. Maße und Oberfläche des Materials dürfen nicht verändert werden.
Für die Laborübergabe empfiehlt sich eine kurze Angabe, was mit welchem Produkt unter welchen Bedingungen und wann behandelt wurde. So weiß das Labor, welche Aufbereitung bereits erfolgt ist.
Bei intraoralen Scannerspitzen und Röntgensensoren gilt die Anweisung des konkreten Modells. Führen Sie nach dem Entfernen einer Schutzbarriere die vorgesehenen Aufbereitungsschritte aus. Tauchen Sie das Produkt nur ein oder erhitzen Sie es nur, wenn der Hersteller dies erlaubt, und verwenden Sie ausschließlich verträgliche Mittel.
Absaugung und Wasserleitungen getrennt behandeln
Speibecken und Absauganlage führen kontaminiertes Material ab; Wasserleitungen liefern Behandlungswasser. Übertragen Sie Produkte oder Konzentrationen nicht ungeprüft von einem System auf das andere.
Prüfen Sie für die Absauganlage die Verträglichkeit, Dosierung, benötigte Menge und Vorgaben zur Schaumbildung. Legen Sie anhand der Anweisungen für Anlage und Produkt fest, wann gereinigt und desinfiziert wird, auch zum Ende des Arbeitstages.
In engen Wasserleitungen kann sich Biofilm bilden. Ein separater Wasserbehälter verhindert das nicht allein. Behandlung und Überwachung erfolgen nach Herstellerangaben. Für chirurgische Kühlung und Spülung empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC sterile Lösungen über ein geeignetes steriles System. Gewöhnliche Leitungen einer Behandlungseinheit sind kein solches System.
US-Wasserqualitätsvorgaben der CDC sind keine bulgarischen gesetzlichen Grenzwerte. Planen Sie die Untersuchungen anhand der örtlichen Anforderungen und der Geräteanweisungen.
Verschüttete Stoffe, Stichverletzungen und Chemikalienkontakt
Biologische Verunreinigungen und verschüttete Konzentrate benötigen getrennte Anweisungen. Begrenzen Sie bei verschüttetem biologischem Material den Zugang zum betroffenen Bereich, legen Sie die vorgesehene Schutzausrüstung an, entfernen Sie das Material und dekontaminieren Sie die Fläche. Nehmen Sie scharfe Gegenstände niemals mit bloßen Händen auf.
Befolgen Sie bei Haut- oder Augenkontakt mit Chemikalien die Erste-Hilfe-Angaben des Sicherheitsdatenblatts und holen Sie die erforderliche medizinische Hilfe. Versuchen Sie nicht, das Mittel mit anderen Chemikalien zu neutralisieren. Leiten Sie bei Stichverletzungen oder Schleimhautkontakt mit potenziell infektiösem Material unverzüglich das Verfahren zur medizinischen Beurteilung einer beruflichen Exposition ein. Die Reinigung des Arbeitsplatzes ersetzt diese Beurteilung nicht.
Kontrollen zum Schichtende
Prüfen Sie vor dem Ende der Schicht:
- Gibt es Instrumente oder Chargen mit noch unklaren Aufbereitungsergebnissen?
- Gibt es unbeschriftete Lösungen oder unklare Standzeiten?
- Sind Kontrollen und Abweichungen dokumentiert?
- Wurden Absaugung und Wasserleitungen nach ihren getrennten Verfahren behandelt?
- Sind aufbereitete Geräte richtig gelagert?
- Weiß die nächste Schicht, was gesperrt wurde und warum?
Halten Sie offene Probleme, die zuständige Person und die nächste Maßnahme fest. Kennzeichnen Sie eine Aufgabe nur dann als erledigt, wenn sie tatsächlich ausgeführt wurde.
Unterscheiden Sie bei ausländischen Leitlinien technische Empfehlungen von landesspezifischen Vorschriften.
Quellen
- Bulgarische Verordnung Н-4 vom 30. März 2026 Държавен вестник · BG
- Standardmaßnahmen in der Zahnmedizin CDC · EN
- Oberflächen in der Zahnarztpraxis CDC · EN
- SHTM 01-05, Teil C, 2024 NHS Scotland · EN
- Überwachung der Sterilisation CDC · EN
- Sicherheitsdatenblätter EU-OSHA · EN

